"Mit den Augen erkennt der Mensch seinen Weg,
mit der Nase begreift er ihn."
Hildegard von Bingen

 

Was für den einen lieblich duftet, stinkt für den anderen zum Himmel. An nichts scheiden sich die Geschmäcker so stark wie am Geruch. Mit dem Geruch verbinden wir individuell gute und schlechte Erinnerungen und Gefühlszustände. Die Redensart: Jemanden nicht riechen können, beschreibt treffend den starken Einfluß des Geruchssinns auf unsere Empfindungen. 

 

Nehmen wir nur als Beispiel den Duft des Lavendels: für den einen ist es der penetrante Duft in den Räumen der Großmutter, für den anderen wiederum, der sich gern an seine Oma erinnert, löst der Duft Kindheitserinnerung aus und steht für Heimat und Wärme.

 

Gerüche sind bei jedem von uns eng mit Emotionen verbunden. Auch bei Räucherung ist dies durchaus zutreffend. Zwar gibt es eine Anzahl von Räucherstoffen, die von vielen Menschen als angenehm oder eine bestimmte Atmosphäre verbreitend empfunden werden, aber dies gilt beileibe nicht für alle Menschen. Deshalb gilt: selbst riechen und spüren; der eigenen Nase nachspüren und entdecken, ist das A und O für „erfolgreiches“ Räuchern.

 

Die Entstehung des Räucherns als Kultursitte läßt sich nicht mehr genau rekonstruieren, aber es scheint wahrscheinlich sich folgenden Ablauf vorzustellen: Mindestens ebenso alt sollte die Sitte sein, sich dort, wo es gemütlich warm ist, zu versammeln und am Feuer zu sitzen. Je nachdem welche Hölzer die Menschen für ihr Feuer verbrannten, entstiegen dem Feuer unterschiedliche Gerüche. Die Düfte versetzten die Menschen in unterschiedliche Stimmungen. Mit zunehmender Kenntnis der Menschen über die Pflanzen und Bäume ihrer Umgebung, liegt es nahe zu vermuten, daß sie auch deren Geruch und Wirkung beim Verbrennen testeten. Aus diesen Erfahrungen und Verhaltensweisen entwickelte sich mit der Zeit das gezielte Verbrennen bestimmter Stoffe zu bestimmten Anlässen: Das Räuchern als kultische und rituelle Handlung ward geboren. Angenehmen, anregenden oder meditativ stimmenden Düften wurden dabei bestimmte Bedeutungen und Wirkungsweisen innerhalb der jeweiligen Kultur zugewiesen.

 

Wozu Räuchern?

- um negative Geister oder Wesenheiten zu vertreiben oder abzuwehren

- zum Schutz von ‚Haus und Hof’ vor natürlichen und übernatürlichen negativen Einflüssen

- zur Unterstützung eigener innerer Entwicklungsprozesse

- als Begleitung und Unterstützung zu verschiedenen magischen Ritualen

- um bestimmte spirituelle Erfahrungen zu machen (Bewußtseinsveränderung)

- um ‚Zauber’ zu stärken und zu kräftigen

- um Kräfte, Energien und Zustände hervorzurufen, die magischen Zielen dienlich sind.

 

Räuchern im Alltag

- um eine angenehme Atmosphäre in Deinen Räumen herzustellen

- um Gäste zu erfreuen

- um ‚dicke Luft’ in der Partnerschaft oder mit Freunden zu beseitigen

- Negative Schwingungen aus der Umgebung vertreiben

- zum Parfümieren von Kleidung und der eigenen Person

- zur Freude und zur Unterhaltung

- um die jeweilige Stimmungslage zu beeinflussen und zu verändern.

- als Freund in der Einsamkeit

- um Frieden und Ruhe zu finden

- um Insekten fernzuhalten oder zu vertreiben

 

Was wird zum Räuchern benötigt?

- Eine feuerfeste Schale

- Sand als Unterlage für die Kohle

- Selbstzündende Kohletabletten

- Einen langstieligen Kupferlöffel

- Räucherwerk (Weihrauch, Benzoe, Räuchermischungen)

 

Ich habe keine Lust, Verse zu schreiben, also zünde ich meine Räucherpfanne an, mit Myrrhen, Jasmin und Weihrauch -und die Verse wachsen in meinem Herzen, wie Blumen in einem Garten.
Von einem Schüler des persischen Dichters Hafiiz, 15. Jh.


 

 

R Ä U C H E R   R E Z E P T E

 

Avalon-Räucherung
Diese Mischung verströmt einen herb-aromatischen Duft.

Sie kräftigt, stärkt und hilft uns, mit den Kräften der Natur in Verbindung zu treten und unsere innere Stabilität und Quellen der Kraft zu finden.

 

Zutaten:

5 Teile

Weihrauch

5 Teile

Mastix

1 Teil

Lorbeerblätter

1 Teil

Wacholderbeeren

1 Teil

Wachholderholz

1 Teil

Eisenkraut

 

Kreisräucherung
Für Arbeiten im magischen Kreis
 

Zutaten:

4 Teile Weihrauch
2 Teile Myrrhe
2 Teile Benzoe Siam
1 Teil Sandelholz
1/2 Teil Zimtrinde
1/2 Teil Rosenblüten
1/4 Teil Eisenkraut
1/4 Teil Rosmarin
1/4 Teil Lorbeer


 

Reinigungsräucherung
Um das Heim von negativen Energien zu befreien oder wenn im Haus Streit Angst, Depressionen etc. herrschen. Immer das Fenster geöffnet halten, während die Mischung verbrannt wird.
 

Zutaten:

3 Teile

Weihrauch

2 Teile

Myrrhe

1 Teil

Sandelholz (weiss)

 

 

Weihrauchräucherung für Liebesrituale

Um den Partner zu betören und um eine liebesvolle Atmosphäre herzustellen.

 

Zutaten:

2 Teile Weihrauch
2 Teile Myrrhe
1 Teil Lavendel
1 Teil Iriswurzel
1 Teil Liebstöckel

 

 

Weihrauchräucherung für Erfolgsrituale

Bei Prüfungen und Vorstellungsgesprächen. Schon beim Verbrennen der Mischung wird man

selbst mit Motivation und Stärke angefüllt.

 

Zutaten:

2 Teile

Weihrauch

2 Teile

Myrrhe

1 Teil Lorbeer
1 Teil Johanniskraut
1 Teil Thymian

 

 

Edelsteinreinigung
Für alle Heilsteine, die keine Reinigung mir Wasser vertragen.
Die Steine werden von negativen Einflüssen befreit und wieder gestärkt und harmonisiert.
 

Zutaten:
Zu gleichen Teilen
Myrrhe
Eisenkraut
Olibanum
Copal
Mädesüß

Anwendung:
Die Steine für einige Zeit in den Rauch halten.

 

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