Mobbing ist kein Randproblem!
Was bedeutet Mobbing ?
Was heisst eigentlich Mobbing ins deutsche übersetzt ? Nun, das ist schnell erklärt. Es ist auch völlig überflüssig damit mehrere Seiten zu füllen. Mobbing kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt anpöbeln. Mobbing ist bei uns hauptsächlich aus Firmen bekannt. Dieses Wort wird benutzt um dem Psychoterror, der vom Chef und von den Mitarbeitern ausgeübt wird, einen Namen zu geben.
Wie äussert sich Mobbing ?
1. Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen:
° Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten ein, sich zu äußern.
° Man wird ständig unterbrochen.
° Kollegen schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern.
° Anschreien oder lautes Schimpfen.
° Ständige Kritik an der Arbeit.
° Ständige Kritik am Privatleben.
° Telefonterror.
° Mündliche Drohungen.
° Schriftliche Drohungen.
° Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
° Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne daß man etwas direkt ausspricht.
2. Angriffe auf die sozialen Beziehungen:
° Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen.
° Man läßt sich nicht ansprechen.
° Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen.
° Den Arbeitskollegen/innen wird verboten, den/die Betroffenen anzusprechen.
° Man wird "wie Luft" behandelt.
3. Auswirkungen auf das soziale Ansehen:
° Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
° Man verbreitet Gerüchte.
° Man macht jemanden lächerlich.
° Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
° Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen.
° Man macht sich über eine Behinderung lustig.
° Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
° Man greift die politische oder religiöse Einstellung an.
° Man macht sich über das Privatleben lustig.
° Man macht sich über die Nationalität lustig.
° Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewußtsein verletzen.
° Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher oder kränkender Weise.
° Man stellt die Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage.
° Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach.
° Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote.
4. Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation:
° Man weist dem Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu.
° Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so daß er sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann.
° Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben.
° Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können.
° Man gibt ihm ständig neue Aufgaben.
° Man gibt ihm "kränkende" Arbeitsaufgaben.
° Man gibt dem Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn zu diskreditieren.
5. Angriffe auf die Gesundheit:
° Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten.
° Androhung körperlicher Gewalt.
° Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemandem einen "Denkzettel" zu verpassen.
° Körperliche Mißhandlung.
° Man verursacht Kosten für den/die Betroffene, um ihm/ihr zu schaden.
° Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des/der Betroffenen an.
° Sexuelle Handgreiflichkeiten.
Wo wird gemobbt ?
Bereits in den 60er Jahren wurde Mobbing an Schulen festgestellt. Erst in den 80er Jahren wurde Mobbing auch am Arbeitsplatz "entdeckt". Heute wird das Wort "Mobbing" hauptsächlich mit der Umgebung, wo gearbeitet wird in Verbindung gebracht. Es gibt keine bestimmte Berufssparte, die betroffen ist, man/frau mobbt sich überall und zu jeder nur möglichen Zeit und Situation. Es gibt keine Ausnahmen, und die Bereiche sind so weit gefächert wie es Berufe gibt. Mobbing macht nicht halt vor Arztpraxen, Krankenhäusern, Rechtsanwaltskanzleien, Politischen Einrichtungen, Schulen, Grossraumbüros, Kaufhäusern, Putzkolonnen usw.
Wer mobbt ?
Typische "Mobber" gibt es nicht. Es kann die Kollegin sein, die zu Beginn des Arbeitsverhältnisses so nett war, oder der Vorgesetzte, der sich mit einigen anderen Mitarbeitern zusammengerottet hat, um Frau Maier das Leben schwer zu machen. Der Chef ist kein Heiliger, und auch ein Mensch mit Gefühlen, die ihn zum mobben bewegen können.
Warum wird gemobbt ?
Das ist wohl die häufigste Frage bei unbegründeten Angriffen jeglicher Art. Im Vordergrund stehen oft Machtgelüste von einzelnen Vorgesetzten und Schwächeren, die sich zu einer Gruppe zusammen geschlossen haben. Aber auch ausgeklügelte Vorhaben um eine/n Mitarbeiter/in auf bequeme und billige Art und Weise los zu werden. Teure Abfindungen werden so von der Firma eingespart.
Wer sind die Gemobbten ?
Ganz eindeutig die Schwächeren, denn wer stark genug ist sich zu wehren und dieses auch seinen Mitarbeitern zu verstehen gibt, wird nicht so leicht angegriffen.
Was kann man/frau tun ?
Befindet man/frau sich in der Situation der/des Gemobbten, so ist es aller höchste Eisenbahn alle Energie darauf zu verwenden dem Übel ein Ende zu machen. Der Betriebsrat ist eine der ersten Anlaufstellen.
Arbeitet man in einer Firma ohne Betriebsrat, was eine allgemein schlechte Ausgangsposition ist, so muss der nächste Vorgesetzte ins Vertrauen gezogen werden.Die Umstände sollten genau geschildert werden können, am besten führt man/frau ein Mobbingtagebuch, welches später vor Gericht auch sehr wertvoll sein kann. Ein Mobbingtagebuch beinhaltet das Datum des Angriffs, die Beschreibung des Angriffs, das Gefühl, das dabei entstand und die Person, die den Angriff ausgeübt hat.
Zum Beispiel könnte ein Eintrag so aussehen :
Datum
08.05.2001Angriff
Ich werde vor den Kollegen angeschrien und zurechtgewiesen.Welches Gefühl entstand
Ich fühle mich erniedrigt und gedemütigt.Ausübende Person
Mein direkter Vorgesetzter Herr Paul hat mich angeschrien.
Wie wirkt sich Mobbing auf den/die Gemobbte/n aus ?
Die Betroffenen reagieren häufig mit Magenschmerzen, Bluthochdruck, Weinkrämpfe, Nervenzusammenbrüche, Depressionen usw. Der Gang zum Arzt wird unumgänglich. Es bleibt nur noch die Krankmeldung und eine Schachtel Beruhigungsmittel.
Wie wirkt sich Mobbing auf die Firma aus ?
Eine Frage, für die sich der Chef der Firma als erstes interessieren wird. Ein häufiger Ausfall einer/s Mitarbeiter/in kostet die Firma zusätzlich, da ein Ersatz bereitgestellt werden muss. Überstunden müssen geleistet werden. Fallen hoch qualifizierte Mitarbeiter aus, so können unter Umständen grosse Fehler passieren, die zusätzlich Kosten verursachen. Zudem entsteht ein schlechtes Betriebsklima, und das muss keinem gesagt werden, dass das die Arbeitsleistung stark herabsetzt. Es ist somit von grossem Vorteil, wenn sich das Management ausser um Marketing auch um eine gute Stimmung und arbeitsfreudige Mitarbeiter/innen kümmert. Eine wöchentliche Mitarbeiterversammlung, bei welcher die Belegschaft zu Wort kommt, wirkt Wunder. Mehr Informationen und Hilfe zum Thema stellt der DGB zur Verfügung. Die Adresse befindet sich bei den besonderen Links.
-Marion Keul-